Eine durchweg positive Bilanz des vergangenen Jahres zog die NGG-Region Münsterland im Rahmen ihrer Delegiertenkonferenz am 26.3.2011 im Mercure-Hotel in Münster. So konnte die NGG ihre Mitgliederzahl um 1,65 % steigern. Nach 2009 gelang das Mitgliederplus bereits zum zweiten Mal in Folge. Die Zahl der eingeschriebenen Gewerkschaftsmitglieder war damit so hoch wie zuletzt im Jahr 2005. Zugleich erreichte die Zahl der Austritte ein historisches Tief. Die NGG-Region Münsterland verlor im vergangenen Jahr nur 205 Mitglieder – der geringste Wert seit 25 Jahren. Auch die finanzielle Entwicklung der NGG im Münsterland stellt sich positiv dar. Die Beitragseinnahmen stiegen um 3,8 Prozent, so dass die Streikkasse gefüllt ist. „Darum gehen wir gestärkt in die anstehenden Lohnrunden der Ernährungswirtschaft im Münsterland und in NRW“, sagte Geschäftsführer Mohamed Boudih vor rund 50 Delegierten aus der Ernährungsindustrie, dem Nahrungsmittelhandwerk und dem Hotel- und Gaststättengewerbe. Der NGG-Rechtsschutz erstritt für die Gewerkschaftsmitglieder eine Erfolgssumme von rund 280.000 Euro.
Neben dem Bericht zur Mitglieder- und Finanzentwicklung nahm der stellvertretende NGG-Bundesvorsitzende Claus-Harald Güster Position zu aktuellen politischen und tariflichen Fragen Stellung. In seiner Rede ging er auch auf die aktuellen Tarifkonflikte ein, von denen auch Betriebe des Ernährungsgewerbes im Münsterland betroffen sind.
Er attestierte den Arbeitgebern im Braugewerbe „eine unerträgliche Blockadehaltung“. In den Betrieben gäre es seit Wochen. „Trotzdem rühren sich die Herrschaften keinen Millimeter. Wer glaubt, so arrogant und rücksichtslos mit seinen Belegschaften umspringen zu können, muss sich nicht wundern, wenn die Kolleginnen und Kollegen jetzt anfangen, die Notbremse zu ziehen“, so Güster. Die Beschäftigten haben die Nase gestrichen voll. Seit Montag, 21. März, gehen große Teile der Belegschaften aus deutschen Brauereien bundesweit auf die Straße, um für einen vernünftigen Entgelttarifvertrag und gegen die Pläne der Brauereikonzerne zu protestieren, die in einem neuen Bundesrahmentarifvertrag u. a. eine Niedriglohngruppe einführen und damit die Beschäftigten in Kern- und Randbelegschaften spalten wollen. Güster: „Der deutsche Brauerbund will Beschäftigte erster und zweiter Klasse, keinen Schutz vor Outsourcing, den Wegfall der Leistungszulage und keine Beschäftigungssicherung. Das ist für uns nicht akzeptabel. Wir wollen, dass gute Arbeit gerecht entlohnt wird – egal, in welchem Bereich. Die Uhr steht schon auf fünf nach zwölf. Wenn die Arbeitgeber nicht schnell reagieren, werden sie sich wohl sehr warm anziehen müssen.“ Das gelte im Übrigen auch für die Kleinrechnerei und Verweigerungshaltung in der deutschen Süßwarenindustrie. Güster: „Auch hier stehen die Zeichen auf Sturm.“