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7.5.2009

Iglo Reken: Bis zu 140 Arbeitsplätze in Gefahr

Bis zu 140 der über 500 Beschäftigten im Iglo-Werk Reken könnten noch in diesem Jahr ihren Arbeitsplatz verlieren. Das teilte die Werksleitung am 7.5.2009 auf einer Belegschaftsversammlung mit. Hintergrund ist der für 2010 angekündigte Wegfall der Backwarenproduktion für Dr Oetker. Die Iglo-Geschäftsleitung teilte mit, man versuche, Ersatzprodukte nach Reken zu holen, um Entlassungen zu vermeiden. Dieser Versuch kommt spät – vielleicht zu spät, kritisieren Betriebsrat und Belegschaft.

 
Die Arbeitnehmervertreter wollen sich durch solche Versprechen nicht hinhalten lassen. Die Verhandlungen über einen Interessenausgleich und Sozialplan sollen schon bald beginnen. Bereits die Belegschaftsversammlung war nur auf heftiges Drängen des Betriebsrates einberufen worden. Die Geschäftsleitung wollte die Belegschaft erst Ende Mai informieren.
 
Der Betriebsrat fordert seit Jahren einen „Plan B“ für den Fall, dass Dr Oetker die Backwarenproduktion im Iglo-Werk Reken kündigt. Die Mahnungen der Arbeitnehmervertreter blieben ungehört. In der englischen Zentrale des Iglo-Mutterkonzerns unternahm man nichts, um das Werk im westfälischen Reken für die Zukunft zu rüsten. Im Gegenteil: Es wurden keine zusätzlichen Produkte entworfen, Werbebudgets für Rekener Produkte wurden nicht genehmigt. Anfang 2009 kündigte Dr Oetker die Auftragsproduktion. Spätestens Ende März 2010 läuft in Reken das letzte Oetker-Baguette vom Band. „Sie haben seit Jahren einfach gepennt“, sagte ein Betriebsrat auf der Belegschaftsversammlung.
Ohne die Backwarensparte verbleibt in Reken neben den Fertiggerichten nur noch das Gemüsegeschäft – und das sind Saisonprodukte, die keine ganzjährige Auslastung des Werkes sichern.
Die Nachricht sorgte für große Betroffenheit unter den Teilnehmern der Belegschaftsversammlung. Die Vertreter der Unternehmensleitung beteuerten, man befinde sich in Gesprächen mit potenziellen Kunden und stelle Überlegungen an, neue Produkte nach Reken zu holen. „Sie sollten vielleicht mal was machen anstatt immer nur zu überlegen“, entgegnete ein Arbeitnehmer.

 

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